Vorweg ein ganz wesentlicher Hinweis:
Stress ist ein Lebensprinzip. Ein lebender Organismus braucht Stress !
Die im Körper aller Menschen ähnlich ablaufenden Reaktionen nach Stressbelastungen sind seit Urzeiten gleichgeblieben und grundsätzlich sinnvoll. Geändert haben sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch die Situationen, in denen Stressreaktionen auftreten. Früher war es in erster Linie der Schlichte Kampf ums Überleben. Heute sind es oft die Anforderungen im normalen Berufs- und Alltagsleben.
Bei Stress geht es immer um Alarmreaktionen, bei denen verschiedene Körperfunktionen ähnlich wie bei einer Kampf- oder Fluchtreaktion ablaufen. Stress löst eine Kaskade selbstständig ablaufender Vorgänge im Körper aus:
Aus sehr alten Hirnregionen werden spezielle Wirkstoffe freigesetzt, die aus den Nebennierenrinden Alarmhormone in das Blut ausschütten, die wiederum auf das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur, den Magen-Darmtrakt und das vegetative Nervensystem wirken.
Dadurch steigen Blutdruck und Herzfrequenz, die Atmung wird beschleunigt, die Muskulatur wird stärker durchblutet und die Aufmerksamkeit steigt bis zur maximalen Anspannung.
Im Gegensatz zu früher laufen diese Stressreaktionen jetzt nicht erst bei einer lebensbedrohlichen Kampf- oder Fluchtsituation ab sondern beginnen heutzutage auch ohne eine reale oder vermeintliche Bedrohung des Lebens.
Als Zuspitzung dieser Entwicklung hat sich das in den letzten Jahren zunehmend bekannt gewordene Angstsyndrom mit Panikattacken herausgebildet. Panikattacken zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie ohne eine konkrete Bedrohung oder Gefahr „aus heiterem Himmel“ auftreten und mit schweren vegetativen Reaktionen wie Schweißausbrüchen, Zittern am ganzen Körper und Todesängsten einhergehen.
